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Gute Filme [Kino]

Gute Filme im 1. Halbjahr 2018
- natürlich nur ... im BAC-Theater

Moonlight [Kino]

Mi 13.12.2017 um 19.30 Uhr

Eintritt: 5,- EUR
ermäßigt: 3,- EUR
Karten nur an der Abendkasse!

Moonlight
USA 2016 - Länge: 111 Min. - FSK: 12

"An einem gewissen Punkt muss man für sich selbst entscheiden, wer man sein will; und lass diese Entscheidung von niemand anderem treffen." So beschreibt der Regisseur die Kernaussage des Films. In drei Lebensabschnitten geht es um die Geschichte von Chiron, einem afroamerikanischen Mann im Gedränge der Drogenszene der 80ziger Jahre in Miami. Unter dem Spitznamen "Little" ist seine Kindheit geprägt durch das Leben mit seiner cracksüchtigen Mutter und dem Mobbing seiner Mitschüler, aber auch durch entscheidende Begegnungen mit seinem Freund Kevin und dem kubanischen Einwanderer und Drogenhändler Juan. Als Jugendlicher macht er in seiner gewalttätigen Lebenswelt die überraschende Entdeckung der Sexualität und Selbstbehauptung. Dies führt zu seiner neuen Identität als "Black", der äußerlich nun ein "ganzer Mann" zu sein scheint - muskelbepackt, mit Goldkettchen und Diamantohrring - , im Innern aber weiterhin um Worte und Gefühle ringt. Ein bemerkenswerter und brillant ausgearbeiteter Blick auf das Leben, wie es nur selten im Kino zu sehen ist, urteilen viele Kritiker. Es ist dem Regisseur gelungen, eine authentische Entwicklung eines Jungen auf dem Weg ins Erwachsenwerden darzustellen, denn nicht die Gesichtszüge, sondern die gleiche Ausstrahlung der Augen waren für ihn maßgebend. Diese einfühlsame Inszenierung zeigt sich auch in der Kameraführung, dem Drehort und der Musik. Nicht umsonst hat dieser Film in allen Kategorien etliche Nominierungen und Prämierungen erhalten, so bei der Oscarverleihung 2017 als bester Film, bestes adaptiertes Drehbuch und bester Nebendarsteller und beim Golden Globe Award 2017 als bestes Filmdrama.

Regie und Drehbuch: Barry Jenkins - Darsteller: Ashton Sanders, Alex R. Hibbert, Trevant Rhodes, Mahershala Ali, Janell Monae, Naomi Harris, Jaden Piner, Jaherrel Jerome, Andre Holland
  

Die göttliche Ordnung [Kino]

Mi 17.01. 2018 um 19.30 Uhr

Eintritt: 5,- EUR
ermäßigt: 3,- EUR
Karten nur an der Abendkasse!

Die göttliche Ordnung
Schweiz 2017 - Länge: 96 Minuten - FSK: keine

Es ist das Jahr 1970 und in einem kleinen Schweizer Dorf scheint die Welt in Ordnung zu sein. Nora Ruckstuhl lebt mit ihrem Mann Hans und ihren zwei Söhnen in einem beschaulichen Ort, an dem die gesellschaftlichen Veränderungen der Zeit nach 1968 scheinbar verbeigegangen sind. Nora ist eine nette Frau, die allen Dorfbewohnern gemocht wird und ihre hausfraulichen Aufgaben brav erfüllt.
Doch dann bemerkt sie, dass sie gerne wieder Teilzeit arbeiten würde. Dafür braucht sie die Erlaubnis ihres Mannes, aber er gibt sie ihr nicht. Aber Nora gibt nicht auf. Und als sie dann miterleben muss, wie ihre Nichte erst in ein Erziehungsheim und dann ins Gefängnis kommt, nur weil sie sich in den "falschen" Mann verliebt hat, erkennt sie mehr und mehr Ungerechtigkeiten im Leben von Frauen. Sie sind dem Mann ausgeliefert, er verfügt über das Vermögen, er trifft alle Entscheidungen. Und während Hans seinen Wehrdienst ableistet, beginnt sie, aktiv für das Frauenwahlrecht zu kämpfen. Denn die Frauen in der Schweiz im Jahr 1970 haben noch kein Wahlrecht ...
Aber die Geschichte bleibt nicht bei Nora und Hans, sondern es entfalten sich in diesem Dorf komplexe Beziehungen. Hier macht die Regisseurin zugleich klar, dass nicht nur die Männer gegen das Wahlrecht für Frauen waren, sondern dass es auch Frauen gab, die der Meinung waren, der Platz der Frau sei nicht neben, sondern hinter dem Mann, der alle Entscheidungen zu treffen habe.
Die göttliche Ordnung ist der perfekte Film, um zu zeigen, dass politische Änderungen möglich sind. Und dass Gleichberechtigung noch lange nicht so selbstverständlich ist, wie manche glauben. Ein Beispiel: Erst seit 1977 darf eine Frau in Deutschland ohne Einverständnis ihres Mannes erwerbstätig sein.

Regie: Petra Biondina Volpe - Drehbuch: Petra Biondina Volpe - Darsteller: Marie Leuenberger, Maximilian Simonischek, Peter Freiburghaus, Rachel Braunschweig, Sibylle Brunner Marta Zoffoli, Bettina Stucky, Noe Krejcí, Finn Sutter  

Hell or High Water [Kino]

Mi 14.02.2018 um 19.30 Uhr

Eintritt: 5,- EUR
ermäßigt: 3,- EUR
Karten nur an der Abendkasse!

Hell or High Water
USA 2016 - Länge: 102 Minuten - FSK: ab 12 Jahren

Der Schauplatz des Films ist Texas, der US-Bundesstaat, in dem seit 2016 Schusswaffen offen getragen werden dürfen. In dem Bankräuberdrama des Regisseurs D. Mackenzie geht es indes weniger um die Waffenfrage als um jene strukturelle Gewalt, die sich in der Ausbeutung und Drangsalierung der Bankkunden durch die Geldinstitute niederschlägt.
Toby steckt in Schwierigkeiten: Der geerbten Farm in Texas droht der Zwangsverkauf, weil die verstorbene Mutter die Kredite nicht mehr bedienen konnte. Also raubt Toby gemeinsam mit seinem knasterfahrenen Bruder Tanner eine Reihe von Banken in der Umgebung aus, um das nötige Geld zusammen zu bekommen. Der kurz vor der Pensionierung stehende Texas Ranger Marcus Hamilton hängt sich derweil mit seinem indianischen Assistenten Alberto an die Fersen des verdächtigen Duos. Hell Or High Water ist ein Gegenwartsfilm im Gewand eines Westerns. Mit den Stilmitteln des amerikanischen Genres schlechthin bearbeitet Regisseur David Mackenzie brandaktuelle Themen: Die traditionelle Bankräuberstory bekommt einen sozialkritischen Unterbau, der in den heutigen Zeiten von Banken-, Immobilien- und Kreditkrise besonders starke Resonanz findet. Die wahren Schurken sind hier die Banker, aber auch Toby ist kein Kind von Traurigkeit.
In Hell Or High Water kommen messerscharfe Dialoge, treffende Sozialkritik und gelungene satirische Einschübe mit vielen atmosphärischen Stärken zusammen. Der Film zeichnet ein pessimistisches Bild der ländlichen amerikanischen Mittelschicht: tiefgründig und zugleich höllisch unterhaltsam.

Regie: David Mackenzie - Drehbuch: Taylor Sheridan -Darsteller: Jeff Bridges, Chris Pine, Ben Foster, Kathy Mixon, Kevin Ranki
  

Landraub [Kino]

Mi 28.02.2018 um 19.30 Uhr

Eintritt: frei (!)
Eine-Welt-Gruppe Bad Arolsen

Landraub - die globale Jagd nach Ackerland
Deutschland / Österreich 2015 - Länge: 91 Min. - FSK: ab 6 Jahren

"Kaufen sie Land. Es wird keines mehr gemacht".
(Mark Twain)

Ackerland wird immer wertvoller und seltener. Jedes Jahr gehen etwa 12 Millionen Hektar Agrarfläche durch Versiegelung verloren. Nach der Finanzkrise 2008 hat das globale Finanzkapital die Äcker der Welt als Geschäftsfeld entdeckt. Mit dem Landraub wollen die Reichsten der Welt sich Zugriff auf die wichtigste Ressource dieser Welt sichern. Statt Bauern bestimmen dann Profitinteressen über die Böden. Der Film portraitiert die Investoren und ihre Opfer. Die einen sprechen von gesundem Wirtschaften, Sicherung der Nahrungsversorgung und Wohlstand für alle.
Die anderen erzählen von Vertreibung, Versklavung und vom Verlust der wirtschaftlichen Grundlagen. Landraub erzählt in großen Bildern von den Folgen für die Bauern und zeigt die Dimensionen. Eine Fläche halb so groß wie Europa wurde bereits aufgekauft, die Bauern und indigenen Völker mussten weichen. Statt Nahrung für die Region anzupflanzen, wird im großen Stil für die Märkte der wohlhabenden Länder produziert. Und der Film erzählt, was das alles mit uns in der EU zu tun hat. Es sind die Rahmenbedingungen aus unseren Ländern, die das große Geld auf die Äcker lockt - und diesen Rahmen können wir politisch mitgestalten.

Regisseur: Kurt Langbein - Sprachen: Deutsch, z.T. Englisch mit deutschen Untertiteln
  

Victoria [Kino]

Mi 14.03.2018 um 19.30 Uhr

Eintritt: 5,- EUR
ermäßigt: 3,- EUR
Karten nur an der Abendkasse!

Victoria - Männer und andere Missgeschicke
Frankreich 2016 - Länge: 96 Min. - FSK: ab 12 Jahren

"Wir wünschen uns doch alle einen Notausgang - irgendwie." Das ist eine der Lebensweisheiten, mit denen sich die Titelheldin dieser Geschlechterkampf-Komödie durch Beruf und Privatleben schlägt. Ob als liebende Rabenmutter von zwei verwöhnten Töchtern oder als überforderte Karrierefrau in einem Anwaltsbüro, Victoria stolpert sich tapfer durchs Leben. Dabei stolpert sie über die kleinen Inkonsequenzen des Alltags, über ihren gehässigen Ex-Mann und über einen brisanten Fall, in dem sie als Verteidigerin vor Gericht alle Register ziehen muss und sogar Tiere als Zeugen auftreten lässt. Doch mit ihrer burschikosen und flapsigen Art gegenüber Drogendealern, Richtern, Dichtern und den "immer wieder" falschen Männern, schlägt sie sich durchs Leben und bleibt dabei trotzdem ein Trampel zum Verlieben.
Es ist ein Vergnügen zu sehen, wie sich die Schauspielerin Efira durch all die absurden Wendungen und den affigen Klamauk bewegt und dabei dem Menschen begegnet, der ihre Rettung sein kann aus dieser handfesten Lebenskrise. Ihre Darstellungskunst schwankt dabei zwischen einer Enkelin von Woody Allan und einer  französischen Cousine von Bridget Jones.
Die Regisseurin dieser Komödie, Justine Triet gilt in Frankreich als vielversprechende Regiebegabung. Auch mit diesem zweite Film erzielte sie in Frankreich einen Erfolg, der 2016 die Filmfestspiele in Cannes unter der Kategorie " Semaine de la critique" eröffnete und neue Kinotalente benennt.

Regie: Justine Triet - Drehbuch: Justine Triet, Thomas Levy-Lasne - Darsteller: Virginie Efira, Vincent Lacoste, Melvil Poupaud, Laurent Poitrenaux, Laure Calamy
  

Berlin Syndrom [Kino]

Mi 18.04.2018 um 19.30 Uhr

Eintritt: 5,- EUR
ermäßigt: 3,- EUR
Karten nur an der Abendkasse!

Berlin Syndrom
Australien 2017 - Länge:116 Minuten - FSK ab 16 Jahren

Der Psychothriller erzählt von der Australierin Clare, die als Backpackerin Urlaub in Berlin macht, wo sie den charmanten Englischlehrer Andi kennenlernt. Sie verabreden sich zu einem gemeinsamen Sightseeing-Trip durch die Stadt, der in einen heißen Flirt mündet. Doch nach einer romantischen Nacht gibt es für Clare ein unerfreuliches Erwachen: Andi liegt nicht neben ihr. Zunächst denkt die junge Frau, ihr Liebhaber sei zur Arbeit gegangen ohne sich zu verabschieden, doch schnell wird ihr klar, dass sie in Andis Wohnung eingesperrt ist und er nicht vorhat, sie jemals wieder gehen zu lassen. Für Clare ist dies der Beginn eines nervenzerreißenden Horrortrips.
Für den Psychopathen Andi ist es eine ganz normale Beziehung mit alltäglichen Ritualen wie dem Schenken von Blumen. Dass er Clare einsperrt und vergewaltigt, realisiert Andi nicht. Er behandelt sie immer brutaler, nur durch Anpassung kann sie überleben ? bis sich ihr die Chance bietet zu fliehen.
Der Titel des Films bezieht sich auf ein psychologisches Phänomen, bei dem das Opfer einer Geiselnahme Sympathien für seinen Geiselnehmer entwickelt. Berlin Syndrom soll aber auch ein Film über Berlin sein, so die Regisseurin, und sie will den Film als eine Parabel auf die DDR verstanden wissen, wobei Andi für den Diktator stehe, der sich sein eigenes totalitäres Regime aufbaut, und Clare als ein Symbol für das Volk in seiner Ambivalenz, das sich zwischen Fluchtgedanken, Hass und Zuneigung für den Peiniger bewegt.

Regie: Cate Shortland - Drehbuch: Shaun Grant-Darsteller: Teresa Palmer, Max Riemelt, Lucie Aron, Matthias Habich, Emma Bading, Christoph Franken  

Schloss aus Glas [Kino]

Mi 16.05.2018 um 19.30 Uhr

Eintritt: 5,- EUR
ermäßigt: 3,- EUR
Karten nur an der Abendkasse!

Schloss aus Glas
USA 2017 - 127 Minuten - FSK: ab 12 Jahren

Lange Zeit fand Jeanette ihre Kindheit schön. Sie reiste mit Eltern und Geschwistern durchs Land. An manchen Orten blieben sie länger als ein paar Wochen, aber früher oder später mussten sie immer aufbrechen, weil jemand hinter ihrem Vater her war. Sie gingen nicht in die Schule, sondern bezogen ihre Bildung aus Büchern und konnten früh lesen, schreiben, rechnen und hinterfragen. Es war ein wildes, grenzenloses Leben, zu dem aber auch gehörte, dass sie in einem Haus ohne Toilette und Essen wohnten.
Zu diesem Leben gehörte auch das titelgebende Schloss aus Glas, dessen Bau Jeanette und ihren Vater über Jahre beschäftigten. Es gab Pläne, aber letztlich wird es nie fertig werden. Diese Erkenntnis bewirkt bei Jeanette einen Wandel: Wenn sie und ihre Geschwister nicht ihr Leben selbst in die Hand nehmen, werden sie so wie ihre Eltern enden. Also schmieden sie einen Plan für ihre Flucht nach New York.
Der Roman ist härter als der Film, doch es gelingt dem Regisseur, dem Kern der Erzählung nahezukommen. Er spart die Härten dieses Lebens nicht aus, gibt sie aber auch nicht einem Armutsvoyeurismus preis. Dabei kann er sich auf seine Besetzung verlassen: Brie Larson verkörpert den Widerspruch in Jeannette Walls überzeugend. Herausragend ist indes Woody Harrelson als Rex, der die raue, schroffe Wildheit dieses Mannes überzeugend darstellt. So zeigt dieser Film beeindruckend wie schmal der Grat zwischen Freiheit und Egoismus ist.

Regie: Destin Daniel Cretton - Kamera: Brett Pawlak ? Drehbuch: Destin Daniel Cretton - Darsteller: Naomi Watts, Woody Harrelson, Brie Larson, Sarah Snook, Max Greenfield u.v.a.
  

Aus dem Nichts [Kino]

Mi 13.06.2018 um 19.30 Uhr

Eintritt: 5,- EUR
ermäßigt: 3,- EUR
Karten nur an der Abendkasse!

Aus dem Nichts
Deutschland: 2017 - Länge: 106 Min. -  FSK: ab 12 Jahren

Fünf Jahre hat es gedauert, bis die deutsche Justiz die neun zwischen 2000 und 2006 aus rassistischen Motiven verübten Morde in verschiedenen deutschen Großstädten endlich den richtigen Tätern zuordnen konnte: den Neonazis Uwe Mundlos, Uwe Böhnhardt und Beate Tschäpe als Teil der rechtsextremen Terrorzelle NSU. Dieser Skandal um die voreingenommene Arbeit der Polizei, die sich zu lange auf Ermittlungen im Drogenmilieu versteifte und voreilig davon ausging, dass sich da wohl Migranten gegenseitig umgebracht haben, sorgte auch bei dem deutsch-türkischen Filmemacher Fatih Akin für große Empörung.
Aus dem Nichts ist ein aufwühlender Mix aus Terrorismus-, Gerichts- und Rachedrama, der sich ausschließlich auf die Opferperspektive konzentriert. Akin übt scharfe Kritik an den Ermittlungsbehörden und stellt die Frage nach einer möglichen Rechtfertigung von Rache. Auch weil Hollywood-Star Diane Kruger in ihrer ersten deutschsprachigen Rolle mitreißt, entwickelt ?Aus dem Nichts? eine unglaubliche Kraft, die einen auch über den einen oder anderen arg manipulativen Moment hinwegsehen lässt. Akin ist halt sauer und das vollkommen zu recht.Aus dem Nichts ist ein zutiefst persönlicher wütender und wütend machender Film. Akin nimmt die Sache sichtlich persönlich und so geht es hierbei auch nicht um eine differenzierte Aufarbeitung von Terrorismus, sondern ganz explizit um ein Opfer, das endlich seine verdiente Gerechtigkeit bekommen soll.

Regie: Fatih Akin - Drehbuch: Fatih Akin, Hark Bohm - Darsteller: Diane Kruger; Numan Acar; Denis Moschitto; Ulrich Tukur; Johannes Krisch
  

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