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Gute Filme [Kino]

Gute Filme im 1. Halbjahr 2020
- sind natürlich nur ... im BAC-Theater zu sehen!
  

Long Shot [Kino]

Mi 12.02.2020 um 19.30 Uhr

Eintritt: 5,- EUR
ermäßigt: 3,- EUR
Karten nur an der Abendkasse!

Long Shot:  Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich (Komödie, Romanze)

USA 2019 - Länge: 125 Min - FSK: ab 12 Jahre

In Märchen von gestern muss das arme Hascherl vom reichen Prinzen gerettet werden. Long Shot - Unwahrscheinlich, aber nicht unmöglich liefert die feministische Variante. Charlotte Field ist Außenministerin der USA und umgeben von selbstverliebten Präsidentendarstellern (Seitenhieb auf Trump). Fred Flarsky ist investigativer Journalist, kämpft für seine Ideale und die daraus resultierende Arbeitslosigkeit. Er trägt eine grauenvolle Trainingsjacke, leidlich gepflegten Bart und hat zwar Rückgrat und Biss, aber leider nicht viel mehr. Field war Flarskys Babysitterin und feuchter Traum aus Highschoolzeiten. Sie treffen sich auf einer Party wieder, wo er nicht hinpasst und sie scheinbar mühelos glänzt. Sie findet seine Unperfekheit charmant. Er ist beeindruckt  von ihrer Souveränität, ihrem Engagement und, ja klar, ihrer Schönheit. Fred, der verknautschte Chaot, avanciert zum Redenschreiber in ihrem Team, denn Charlotte will die erste weibliche Präsidentin der USA werden. Er reist in ihrem Gefolge um die Welt. Idealismus und Pragmatismus knallen aufeinander. Das ist hinreißend komisch, politisch unkorrekt und überraschenderweise verdammt sexy. Long Shot beweist: Es ist nicht immer der attraktivste Partner, der einen umhaut, sondern der, bei dem man selbst sein kann. Liebe muss nicht schön aussehen, sie muss Spaß machen. Und: Zumindest der Teil mit der weiblichen Präsidentin muss ja kein Märchen bleiben.

Regie: Jonathan Levine - Drehbuch: Liz Hannah, Dan Sterling - Kamera: Yves Bélanger - Darsteller/-innen: Alexander Skarsgård, Charlize Theron, Seth Rogen, June Diane Raphael, Andy Serkis, O'Shea Jackson Jr.
  

Trautmann [Kino]

Mi 11.03.2020 um 19.30 Uhr

Eintritt: 5,- EUR
ermäßigt: 3,- EUR
Karten nur an der Abendkasse!

Trautmann (Drama/Biografie)
Deutschland, Großbritannien 2018 - Filmlänge: 120 Min. - FSK: ab 12

Bert Trautmanns Geschichte beginnt im Film 1945 in einem englischen Kriegsgefangenen-lager. Schon im Lager wird sein Torwart-Talent entdeckt und so dauert es nicht lange, bis der Trainer des örtlichen Fußballclubs auf ihn aufmerksam wird und ihn sich ab und an mal ausleiht. Den Vorurteilen der Fans begegnet Bert mit Geduld und Fairness. Dank Bert gelingt es dem kleinen Provinzverein, die Klasse zu halten. Doch damit nicht genug: Bert verliebt sich in die Tochter seines Förderers und beschließt, in England zu bleiben als der Krieg vorbei ist. Manchester City holt ihn als Torwart, obwohl die Stimmung im krisengeschüttelten Nachkriegsengland extrem deutschfeindlich ist. Schließlich gewinnt Bert mit seinem Team sogar die Meisterschaft und geht dabei in die Fußballgeschichte ein: Trotz eines Halswirbelbruchs bleibt er im Tor und rettet damit den Sieg. Soweit die Erfolgsgeschichte, doch der Film erzählt auch von privaten Schicksalsschlägen und von Trautmanns langem, manchmal verzweifelten Kampf gegen seine eigenen Dämonen. David Kross spielt Bernd Trautmann als lediglich äußerlich stabilen Kerl, der den Sport als willkommene Ablenkung begreift, um mit seinem Kriegstrauma fertig zu werden. Mit seinem liebenswerten, feinen Lächeln erobert er nicht nur das Herz seiner Liebsten, sondern bezaubert auch das Publikum.

Regie: Marcus H. Rosenmüller - Drehbuch: Robert Marciniak, Marcus H. Rosenmüller und Nicholas J. Schofield - Darsteller-/ Innen:David Kross, Freya Mavor, Gary Lewis, John Henshaw u.a.
  

Frau Stern [Kino]

Mi 22.04.2020 um 19.30 Uhr

Eintritt: 5,- EUR
ermäßigt: 3,- EUR
Karten nur an der Abendkasse!

Eine Frau der klaren Worte (Drama, Komödie)
Deutschland 2018 - Länge: 82 Min. - FSK: ab 12

Wie sie es mit 90 Jahren noch schaffe, so jung zu sein, fragt der nach rührseligen Geschichten gierende Fernsehmoderator im Vorgespräch zum Interview. Ob es ihr Glaube sei? Frau Stern antwortet darauf nur mit einem scheppernden Raucherlachen. Als der TV-Talker dann später während der Fernseh-Aufzeichnung erneut gefühlige Stories über den Holocaust und ihren angeblichen Glauben auspackt, wird sie dann doch ungehalten. Raunzt ihm ein "Was für ein Schwachsinn!" hin und verlässt das TV-Studio. Denn nichts liegt Frau Stern ferner als Schwulst und Pathos. Sie ist vielmehr ein Freund der klaren Worte. Ein Mensch solle abtreten, solange er das noch selbst bestimmen kann, findet sie. Außerdem hat sie genug Leben gehabt: Den Holocaust miterlebt, ein Restaurant geführt, ein Kind großgezogen, den Ehemann zu Grabe getragen. Und dann ist da noch die Enkeltochter Elli. Elli jobbt, kifft, tanzt und hängt mit ihren Freunden ab. Auf der Suche nach einer Möglichkeit, ihr Leben zu beenden, klopft Frau Stern auch bei ihrer Clique an. Und bleibt gewissermaßen kleben an der Lebenslust der jungen Leute. Die 90-Jährige wird ganz beiläufig zum Teil der Feier-Truppe und ihre Todessehnsucht ist zumindest ein bisschen aufgeschoben. Diese Geschehnisse zeigt der Regisseur in scheinbar dokumentarischen Bildern. Ohnehin vermischen die Grenzen zwischen Realität und Fiktion: Denn die Biographie der kurz nach der Filmpremiere verstorbenen Darstellerin Ahuva Sommerfeld überschneidet sich teilweise mit der ihrer Rolle: Ihre echte Tochter spielt diese auch im Film. Schöner kann man eigentlich nicht abtreten als mit einem Werk, das einem ein solch berührendes, wahrhaftiges und witziges Denkmal setzt. Dazu gehört aber auch, dass die Figuren rund um Frau Stern überzeugend gespielt werden. Die sorgfältig komponierten Bilder bilden dazu das perfekte Gerüst, zwischen dessen Streben sich die federleichte, improvisiert wirkende Geschichte entwickelt.

Regie: Anatol Schuster - Darsteller: Ahuva Sommerfeld, Kara Schröder, Nirit Sommerfeld, Robert Schupp, Murat Seve
  

Parasite [Kino]

Mi 06.05.2020 um 19.30 Uhr

Eintritt: 5,- EUR
ermäßigt: 3,- EUR
Karten nur an der Abendkasse!

Finde den Eindringling (Drama)
Südkorea 2019 - Filmlänge: 132 Min. - FSK: ab 16

"Parasite", der Cannes-Gewinner von 2019, thematisiert das Thema soziale Spaltung. Seinen Ausgangspunkt nimmt der Film in einem Kellerloch in Seoul. Hier leben die Kims, eine vierköpfige Familie, deren Geld weder für das Studium ihrer erwachsenen Kinder reicht, noch für eine menschenwürdige Unterkunft. Für Aushilfsjobs scheinen die Kims kein Talent zu haben, für Hochstaplerei aber umso mehr: Erst schleust sich Sohn Ki-woo als Nachhilfelehrer mit vermeintlichem Uni-Diplom bei der reichen Familie Park ein, dann folgt ihm der Rest der Familie in die luxuriöse Waschbetonvilla. Es ist natürlich auch die politische Großwetterlage, die der Regisseur  in seinen Bildern von einer überfüllten Notunterkunft auf der einen Seite und einer luftig-minimalistischen Wohnküche, in der eine Haushälterin auf Wunsch kurz gebratenes Rindfleisch zubereitet, auf der anderen einfängt. Sein Thema ist die soziale Spaltung, und seine Haltung dazu ist Zorn. Den Parks und den Kims lastet er jedoch nicht die Bürde auf, Stellvertreter fürs Unten oder Oben zu sein, für Ausbeuter oder Ausgebeutete. Sie sind Kämpfer in eigener Sache und können deshalb rücksichtslos sein, ohne gleich ihre soziale Herkunft zu denunzieren. Und rücksichtslos sind sie. Nicht zuletzt untereinander: Als die Kims noch versuchen, sich mit legalen Aushilfsjob wie dem Falten von Pizzakartons über Wasser zu halten, ist es eine ähnlich prekär Beschäftigte eines Lieferdienstes, die ihnen den Lohn vorenthält: Sie hätten die Kartons einfach nicht genau genug gefaltet. Von solch bitter-schwarzem Humor ist "Parasite" bis zu seinem blutigen Ende durchdrungen. Gleichzeitig baut sich die Spannung eines Thrillers auf, wann wer entdeckt, von wem er jeweils getäuscht wurde.

Regie: Bong Joon-Ho - Darsteller: Song Kang-Ho, Lee Sunkyun, Park So-dam, Chang Hyae Jin, Bong Joon-ho
  

Systemsprenger [Kino]

Mi 17.06.2020 um 19.30 Uhr

Eintritt: 5,- EUR
ermäßigt: 3,- EUR
Karten nur an der Abendkasse!

Porträt eines nicht-konformen Mädchens (Drama)
Deutschland  2019 - Länge: 125 Min. - FSK: ab 12

Ein neunjähriges Mädchen hat bereits mehrere Aufenthalte in der Psychiatrie hinter sich. Sie wurde aus verschiedenen Heimen und Wohnprojekten herausgeworfen, hat es in keiner Pflegefamilie ausgehalten und wurde von der Sonderschule suspendiert. Benni hat Wutausbrüche, in denen sie die Kontrolle komplett verliert und andere Kinder gefährlich verletzt. Sie verweigert sich so radikal allen Verhaltensnormen, dass es für seine Betreuer schwer wird, überhaupt noch Einrichtungen oder Pflegeeltern zu finden. Sie ist ein Systemsprenger, für den es im Raster der deutschen Kinder- und Jugendhilfe keinen Platz gibt. Aufgrund eines Zwischenfalls in ihrer Kindheit ist Benni schwer traumatisiert. Im Grunde sehnt sich Benni nach der Liebe ihrer Mutter. Die ist aber hoffnungslos überfordert mit der Unberechenbarkeit des Kindes. Als  das Jugendamt den Anti-Gewalt-Trainer Micha für Benni engagiert, scheint sich die Neunjährige langsam zu öffnen. "Systemsprenger" erntete bei seiner Premiere auf der Berlinale 2019 viel Lob und wurde als hervorragend recherchiertes Porträt eines nicht-konformen Mädchens beschrieben. Der in den Hauptrollen überragend gespielte Film will weder anklagen noch urteilen, sondern wirbt mit großer Kraft um Verständnis für ein Kind, das nach Halt und Geborgenheit sucht. Statt auf ein Sozialdrama setzt die Inszenierung auf eine starke affektive Anteilnahme der Zuschauer, die auch psychisch in das chaotische Erleben der Protagonistin involviert werden.

Regie: Nora Fingscheidt - Drehbuch: Nora Fingscheidt
  

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